![]() Großmeisterpalast |
Der Palast wurde in der Mitte des 14. Jahrhunderts von den Johannitern als selbständige Festung mit Verbindungswegen zu den einzelnen Stadtwällen errichtet. Durch die lange und schwere Belagerung sowie die Eroberung durch die Türken erlitt der Palast äußerst starke Zerstörungen. 1856 wurde die Festung fast restlos dem Boden gleich gemacht, bei der gleichen Explosion wurde auch die Heilige-Johannes-Kirche zerstört. |
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Während der italienischen Besetzung (1912-1943) erwählte sich König Victor Emanuel von Italien Rhodos zu seiner Ferienresidenz aus. Und so stellte man nahezu unerschöpfliche Mittel zur Verfügung, um Rhodos wieder in neuem Glanz erscheinen zu lassen. Der heutige Bau ist mit Ausnahme einiger mittelalterlicher Fragmente, die verarbeitet wurden, restlos neu errichtet. Man bemühte sich, die Gesamtanlage, einschließlich der Gartenanlage des Großmeisterpalastes, die terrassenförmig zum Mandraki-Hafen abfällt, nach alten vorhandenen Plänen zu rekonstruieren. Der Palast war ehemals als reiner Zweckbau geplant, der nach Art einer romantischen Burg, mit einem architektonisch uneinheitlichen Charakter, die Befestigungsanlagen der Stadt mit einbeziehen musste. Das Äußere des Baus erscheint als glatt gefügter Quaderbau aus rötlichem Kalksandstein, den man auf der Insel gebrochen hat. Eine mächtige Toranlage aus zwei Rundtürmen und einem gestaffelten Spitzbogentor gibt den Eingang zum Innenhof frei. Zwischen den gedrungenen Rundtürmen erscheint das Wappen des Großmeisters d'Amboise, der mit großer Anstrengung den Palast zu seiner Zeit erweiterte und für die Verteidigung verstärkte. Der große Innenhof des Palastes, von Arkaden umgeben, erinnert stark an die Architektur des Ordenshospitals. Im Erdgeschoss sind die Stichhöhen der Arkadenbögen leicht erhöht, die so wie gotische Spitzbögen erscheinen. Im Obergeschoss dagegen stehen klare Rundbögen, die durch schlanke Säulen getrennt, nahezu einen loggiaähnlichen Eindruck erwecken. Im Erdgeschoss waren einst Lebensmittel, Munition und Waffen untergebracht. Teilweise waren diese Vorräte auch im Keller gelagert. Das obere Geschoss war den Palasträumen vorbehalten. Bei der Neuwahl eines Großmeisters versammelten sich die Ritter in dem Innenhof und begrüßten ihren neuen Herren mit dem Ruf: "Der Orden hat wieder einen Meister!" Der neue Großmeister leistete nun, nachdem er die Wahl angenommen hatte, unter dem Kreuz den Schwur auf das Schwert und war damit für die nächsten vier Jahre Regent der gesamten Insel. Nach der mächtigen Toranlage folgt ein von zwei Säulen aufgeteilter Durchgang, von dem links eine Tür in die Innenräume des Palastes führt. Gleich rechts nach der Tür, im Ergeschoss, die kleine Burgkapelle mit schönen Alabasterfenstern, frühchristlichen Marmorgegenständen und einer modernen Bronzestatue des Heiligen Nikolaos. Über eine große Freitreppe mit zwei Zwischenpodesten gelangt man ins Obergeschoss. Hier sind dem Interessierten von den nahezu 300 Räumen des Palastes 18 zugänglich. Die Räume des Palastes wurden größtenteils nur annähernd nach alten Plänen erneuert, dazu nicht immer stilgerecht. Die Inneneinrichtung entspricht in keiner Weise der des ehemaligen Großmeisterpalastes. Mit wenig Rücksicht auf die damalige Ritter-Einrichtung trug man Möbel aus den unterschiedlichsten Stilepochen zusammen, die wahrscheinlich nur zu repräsentative Zwecken gedacht waren und die wenig Einfühlungsvermögen für eine einheitliche, epochengerechte Möblierung verraten. So sind z.B. neben chinesischen Lackarbeiten, modernen Murano-Lüstern und ledernen Renaissance-Stühlen schwere Holzbalkendecken mit kunstvollen Täfelungen zu sehen, die sicherlich für sich allein von hohem Wert sind, aber doch gar nichts mit der Ritter-Einrichtung des 14.-16. Jahrhunderts zu tun haben. Mit zu den größten Kostbarkeiten gehören die Fußmodenmosaike, die die Italiener von der Nachbarinsel Kos hierher gebracht haben. Die eindrucksvollen schwarz-weißen Kieselmosaiken des 2. und 3. Jahrhunderts v.Chr. mit maritimen Szenen nach Art der von Delos und Pella und die mehrfarbigen figuralen Mosaike sind denen in Sizilien und Nordafrika durchaus gleichzustellen. Besonders erwähnt sei das Mosaik mit der Darstellung des Heilgottes Asklepios und des Arztes Hippokrates, das in unmittelbarer Nähe des Asklepios-Heiligtums auf Kos gefunden wurde. Ferner das schöne Mosaik mit der Darstellung eines Kopfes der Meduse aus dem 2. Jahrhundert v. Christus. Nach der Besichtigung der Innenräume lohnt sich ein Spaziergang durch den Schlossgarten, der vom Kanonenwall des Palastes terrassenförmig bis zum maurischen Markt am Mandraki-Hafen abfällt. Zwischen einer vielartigen Vegetation - Palmen, Kakteen, Hibiskus und Bougainvillea - und prachtvollen Blumenbeeten finden sich überall Spuren der Vergangenheit, hier ist es ein römisches Kapitell und eine mit lateinischen Lettern verzierte Marmorplatte, dort ist es ein römischer Altar oder der Sockel einer Statue. |
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Text und Bild mit freundlicher Genehmigung aus der Zeitung "RhodosUrlauber" |
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