Ag Fountoukli
Profitis Ilias
Das dritthöchste Bergmassiv der Insel, der Profitis Illias (789m hoch), ist eine der waldreichsten Gegenden von Rhodos, das die Italiener mit großem Erfolg wieder aufgeforstet haben. Beim Durchschreiten der Wälder wird man unwillkürlich an das deutsche Mittelgebirge erinnert.
Zu den großen Waldbeständen des Illias kommt die Fülle verschiedenster Blumen und Sträucher hinzu, die neben dem ausgesetzten Hochwild den wohl ungewöhnlichsten Eindruck einer Mittelmeerinsel vermittelt. Wie die Vegetation und der Tierbestand für eine Mittelmeerinsel ungewöhnlich sind, so ist auch der Name des Berges "Profitis Illias" für einen dritthöchsten Berg nicht üblich, denn dieser Name ist auf allen anderen Inseln dem höchsten Berg vorbehalten, da von ihm aus der Prophet in den Himmel gefahren ist.
Zwischen den Wäldern auf dem höchsten Punkt des Berges stehen die beiden Alpenhotels "Elafos" (Hirsch) und "Elafina" (Hirschkuh), von denen man einen phantastischen Rundblick über die Insel genießen kann, der teils bis zur türkischen Küste, teils bis nach Karpathos reicht. Die beiden Hotels des herrlich gelegenen Luftkurortes sind im Chalet-Stil errichtet (Holzbau nach Art der Schweizer Senn- und Berghütten), jedoch seit langem nicht mehr benutzt.
Auf der rechten Seite der beiden Hotels führen Steinstufen zu einer kleinen byzantinischen Kirche des Ajios Jeorjios. Wahrscheinlich ist sie eine der frühesten Kirchen der spätbyzantinischen Zeit. Der Innenraum ist mit teils noch gut erhaltenen Fresken geschmückt. Neben vielen Heiligen sind besonders die Fresken Kaiser Konstantins und Kaiserin Helenas sehenswert.

Der Text wurde dem Reiseführer "Rhodos" vom Polyglott-Verlag Dr. Bolte KG München, 1972, entnommen.
ISBN3-493-60806-3


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